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Spanisches Anti-Food-Waste-Gesetz: Was Gastronomen 2026 wissen müssen
Seit April 2025 verlangt die Ley 1/2025 Prävention, Messung und öffentliche Berichterstattung über Lebensmittelverschwendung. Wer betroffen ist, was konkret zu tun ist und wie Forecasting den Plan stützt.
Die Ley 1/2025 (Ley de prevención de las pérdidas y el desperdicio alimentario) ist am 2. April 2025 in Kraft getreten und gilt für alle gastronomischen Betriebe in Spanien. Ein Jahr nach Inkrafttreten beginnt die Phase, in der Behörden die Berichts-Compliance ernsthaft prüfen.
Was das Gesetz konkret verlangt
Erstens: Hierarchie der Vermeidung. Vermeidung vor Spende vor Verarbeitung vor Tierfutter vor Kompost vor Entsorgung. Wer Lebensmittel wegwirft, ohne die höheren Stufen geprüft zu haben, verstößt. Zweitens: Messung. Mengen verworfener Lebensmittel müssen pro Service-Kategorie quantifiziert werden – nicht nur „Müll gesamt“, sondern aufgeschlüsselt. Drittens: Plan. Größere Betriebe müssen einen schriftlichen Präventionsplan vorlegen, mit konkreten Maßnahmen und jährlichem Reduktionsziel. Viertens: öffentliche Berichterstattung jährlich.
Wer ist wirklich betroffen?
Die strengsten Pflichten greifen ab 50 Beschäftigten – auch konsolidiert über mehrere Standorte. Ein Restaurant mit 12 Mitarbeitenden hat schwächere Pflichten als eine Hotel-Restaurant-Gruppe mit 200 Beschäftigten in fünf Häusern. Aber: die Spende-Vorrang-Pflicht und die Grundsatz-Vermeidung gelten für alle. Bußgelder bewegen sich gestaffelt nach Schwere – „leve“ mehrere tausend Euro, „grave“ bis hoch in den fünfstelligen Bereich, „muy grave“ sechsstellig.
Wie Forecasting den Plan stützt
Bessere Tagesprognose reduziert Mise-en-Place-Verschwendung direkt. Eine konservative Schätzung: 5–7 % weniger Discard nach 12 Monaten ist realistisch, wenn Personal- und Wareneinsatz pro Schicht enger geplant werden. Wichtiger: das ist messbar und dokumentierbar. Wer die Reduktion belegen kann, hat einen vorzeigbaren Plan – und ist auch bei strengeren Folge-Regulierungen vorbereitet.
Quick-Start-Checkliste
Ein: Mitarbeiter-Schwelle prüfen (50+ konsolidiert?). Zwei: aktuelle Discard-Mengen mindestens grob schätzen, Tracking sukzessive aufbauen. Drei: Spende-Partner identifizieren – z.B. Banco de Alimentos, lokale NGO. Vier: Plan-Template ausfüllen, mindestens ein Reduktionsziel definieren. Fünf: Forecasting prüfen, das Mise-en-Place pro Schicht steuert. Sechs: jährlichen Bericht im ersten Quartal des Folgejahres veröffentlichen. Wer Punkt fünf ernst nimmt, erfüllt Punkt vier fast nebenbei.